Die Vorbereitung und die ersten Monate mit einem Welpen

Erziehung und Alltag

Ein junger Berger muss schon beim Züchter gut sozialisiert werden, und der Meister soll sich Zeit nehmen, um ihn mit möglichst vielen Situationen vertraut zu machen. Welpenspielstunden, Erziehungskurse, Stadtbummel und Kontaktübungen sind Möglichkeiten dazu. Der Junghund soll seine Erfahrungen selber machen können, ohne wohlgemeinte, aber oft falsch verstandene Unterstützung des Meisters. Die Rasse ist nämlich sehr empfindsam für menschliche Regungen und Stimmungen und reagiert blitzschnell auf alle Gefahren oder Drohungen.

Antiautoritäre Erziehung ist völlig fehl am Platz. Ein Hütehund braucht eine gut strukturierte Rudelordnung, muss wissen, wo er steht und was er sich erlauben darf. Er wird sonst unsicher und versucht auf seine Art für Ordnung zu sorgen. Konsequenz und Intelligenz werden bei seiner Erziehung verlangt, sicher nicht Dauerhärte oder Grobheit. Ein Berger, welcher artgerecht gehalten wird, ist ruhig zu Hause, folgt aber seinem Meister Schritt auf Tritt. Er lässt sich dann auch gut in einer Wohnung halten und benimmt sich musterhaft am Arbeitsplatz.

Hat er hingegen zuwenig Bewegung und Anregung fühlt er sich nutzlos; wird er sich selbst überlassen oder versagt der Meister als Rudelführer, so entwickelt er meistens Unarten, wie übermässiges Bellen, Leute verscheuchen, Beissen oder neurotische Verhaltensweisen. Der Pyrenäenschäfer verträgt sich sehr gut mit anderen Tieren - wohl ein Erbe seines Bauernhundedaseins. Allfällige Dominanzgebärden sind oft stark symbolisiert und werden selten zu offenen Machtkämpfen. Sonst sind Raufer bei der Rasse kaum bekannt. Der Jagdtrieb ist eher gering, was natürlich nicht heisst, dass man den Pyrenäenschäfer im wildreichen Wald unbeaufsichtigt rennen lässt. Zahlreiche Bergers leben in Familien mit Kindern. Was oben über Erziehung steht, behält voll Gültigkeit: Der Hund muss wissen, dass die Kinder im Rudel vor ihm stehen. Sind fremde Kinder anwesend, so soll man wissen, dass im Streitfall das eigene Kind für den Berger immer recht hat. 

Das Haus bereit machen

Wenn man einen Welpen nach Hause bringt, muss man ähnliche Vorkehrungen wie für kleine Kinder treffen: Zerbrechliches, Stromkabel, Giftpflanzen, Chemikalien und Haushaltsreiniger ausser Reichweite bringen. Wer ein Swimmingpool hat, sollte besonders vorsichtig sein, denn auch Hundewelpen ertrinken leicht. 

Tipps für die ersten Nächte

Die ersten Nächte sind oft mühsam, weil das Hundebaby doch sehr unglücklich über den Verlust seiner Familie sein kann. Gut wäre es, zum Beispiel ein Tuch aus dem alten Zuhause mitzunehmen: Der vertraute Geruch macht dem Welpen die Umstellung leichter. Ideal wäre es auch, sich ein paar Tage frei zu nehmen, um Zeit für das Hundebaby zu haben. 

Den richtigen Namen wählen

Ein zweisilbiger Name eignet sich für einen Hund am besten, weil die meisten Kommandos einsilbig sind (Sitz, Platz...). Alle Familienmitglieder sollten den Hund bei demselben Namen rufen und keine verwirrenden Spitz- oder Kosenamen verwenden. Übrigens sollte man beim Tadeln den Namen des Tiers nicht immer sagen - z. B. "Jessy, aus!". Denn für den Hund bekommt sein Name dann eine negative Bedeutung, er setzt ihn mit Schimpfen gleich. 

Ab dem ersten Tag erziehen

Die ersten Monate sind für das spätere Verhalten gegenüber anderen Hunden, Fremden und Familienmitgliedern ausschlaggebend. Deshalb sollte man mit der Erziehung des Welpen sofort beginnen. 

Letzter Rang im Menschenrudel

Wichtig ist es, dem Kleinen unmissverständlich seinen Rang im Menschenrudel beizubringen - nämlich an letzter Stelle. Einmal zugelassene Angewohnheiten wie im Bett oder auf dem Sofa schlafen oder Essensreste vom Tisch zu bekommen, sind einem Hund nur schwer wieder abzugewöhnen. Die Hand soll tabu sein, zum Spielen immer Spielzeug nehmen. 

Richtig loben und tadeln
Damit der Welpe die menschliche Reaktion - Lob oder Tadel - überhaupt mit seinem Verhalten verknüpfen kann, sollte sie innerhalb von zehn Sekunden erfolgen. Als Strafe niemals grob werden: Schütteln oder das Tier an der Nackenfalte nehmen, kann zu einer Lawine an Missverständnissen zwischen Mensch und Hund führen. Am besten sollte man wie Hundeeltern reagieren: Den Welpen einfach zur Seite schubsen, oder vom Tatort wegtragen, dazu als Verbotsverstärker ein scharfes "Nein". Die härteste Strafe ist es, den Nacken hinunterzudrücken oder die Schnauze kurz festzuhalten und etwas nach unten zu drücken - wieder begleitet von einem strengen "Nein". 

So wird der Welpe stubenrein

Das Hundebaby muss ungefähr alle zwei Stunden hinaus - vor allem nach dem Fressen, Spielen, Schlafen und nach jeder Aufregung. Darauf sollte man besonders achten. Draussen sollte man mit dem Welpen immer zum gleichen Platz gehen. Das Tier sollte sehr gelobt werden - schon während es sein Geschäft verrichtet, nicht nur nachher. Nach 23.00 Uhr sollte man dem Hund nichts mehr zu trinken geben. Erst ab einem Alter von drei bis vier Monaten wird er rein. Hat der Welpe in der Wohnung gemacht, muss man das ignorieren. Schimpfen darf man nur, wenn man ihn wirklich dabei erwischt. Für das Aufwaschen sollte man heisses Wasser nehmen und alles Parfümierte, das den Welpen wieder anlocken könnte, vermeiden.

Aus Langeweile Schuhe zerknabbern

Kleine Welpen können auch Schaden anrichten, wenn sie an Schuhen, Möbeln oder Teppichen knappern und kratzen. Meistens ist Langeweile, fehlendes Welpenspielzeug oder Angst vor dem Alleinsein der Grund dafür. Wichtig ist es, den Welpen langsam ans allein bleiben zu gewöhnen - also mit ein paar Minuten anfangen. Man sollte dem Welpen Spielzeug zur Beschäftigung da lassen und keine grossen Abschieds- und Begrüssungszeremonien veranstalten. Das Weggehen soll etwas ganz Selbstverständliches werden 

Futter langsam umstellen

Auf plötzliche Futterumstellung reagieren Welpen häufig sofort mit Durchfall. Daher ist es besser, das neue Futter über eine Woche in immer grösseren Mengen unter das gewohnte zu mischen. In der achten Woche sollte man etwa vier Portionen täglich füttern. Ab dem vierten bis sechsten Monat wird die Anzahl der Portionen allmählich reduziert bis der Hund schliesslich nur noch eine Hauptmahlzeit - immer zur gleichen Tageszeit - und eine Nebenmahlzeit bekommt. Nach dem Fressen braucht der Hund Ruhe und Zeit zum Verdauen. Babyspeck ist Gift für Welpen. Das hohe Gewicht belastet die noch weichen Knochen und kann irreparable Schäden verursachen. 

Bewegung mit Mass

Wie lange man mit einem Welpen spazieren geht, sollte möglichst das Tier bestimmen dürfen. Übermäßiges Ballspielen kann für Gelenke und Herz schädlich sein. Treppensteigen belastet Hüfte und Kreuz des Tiers, sollte also möglichst vermieden werden. An das Halsband muss sich ein Welpe oft erst gewöhnen, erst danach kann man ihn mit der Leine spazieren führen. Wenn der Welpe auf die Leine beissen will, muss das verboten werden. Beim Spaziergang sollte man dafür sorgen, dass der Welpe Kontakt mit fremden Hunden hat. Welpenschulen fördern die Sozialisierung des Welpen.

Merkblatt für Welpenspielstunden

Ein häufiges Problem in der Hundeschule ist das Misstrauen des Berger des Pyrénées.
Das Misstrauen gegenüber Fremden ist Rassespezifisch!
Auf ein – „ach ist der süß, komm doch mal her“ kann er ausweichend und zurückhaltend reagieren. Viele Hunde lassen sich anfänglich nicht gerne berühren. Die Rasse ist sehr empfindsam für menschliche Regungen und Stimmungen und reagiert blitzschnell auf alle Gefahren oder Drohungen.

Lösungsansätze

Ohne Druck Vertrauen schaffen. Abrufübungen mit Fremdpersonen sollte zu Beginn nur an einer kurzen Leine gemacht werden. Die Hilfsperson soll den Hund an der Leine zurückhalten und nicht berühren. Mit der Zeit wird sich der Berger daran gewöhnen und die Kursleiter zu seinen Freunden machen. Drängen sie sich bitte nicht auf. Der Berger braucht etwas Zeit um sein Misstrauen gegenüber Fremden in Vertrauen umzuwandeln.

Der Berger liebt seine Familie, Freund und Bekannte. Geben Sie ihm Zeit, dann werden sie sein Freund.

Antiautoritäre Erziehung ist völlig fehl am Platz. Ein Hütehund braucht eine gut strukturierte Rudelordnung, muss wissen, wo er steht und was er sich erlauben darf. Er wird sonst unsicher und versucht auf seine Art für Ordnung zu sorgen. Konsequenz und Intelligenz werden bei seiner Erziehung verlangt, sicher nicht Dauerhärte oder Grobheit.

Hat er zuwenig Bewegung und Anregung fühlt er sich nutzlos; wird er sich selbst überlassen oder versagt der Meister als Rudelführer, so entwickelt er meistens Unarten, wie übermässiges Bellen, Leute verscheuchen, Beissen oder neurotische Verhaltensweisen.